Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen hat mit Urteil vom 14. Juli 2016 – 19 A 2/14 - die Entscheidung des Familiengerichts Tel Aviv Jaffo/Israel auf Feststellung einer rechtlichen Vaterschaft eines Wunschvaters gem. §§ 108, 109 FamFG anerkannt. Es hat die vorinstanzlichen Entscheidungen des VG Köln aufgehoben und die Bescheide des BVA für rechtswidrig erklärt. Diese Entscheidung schließt sich der Grundsatzentscheidung des BGH vom 10. Dezember 2014, Az: XII ZB 463/13 an und verneint das Vorliegen eines ordre public Verstoßes bei Leihmutterschaftsverträgen im Ausland. Allerdings hat das OVG hervorgehoben, dass die Frage der Vereinbarkeit der Vaterschaftsfeststellung im Urteil des Familiengerichts in Tel Aviv Jaffo mit dem ordre public ausschließlich den vorliegenden Einzelfall betrifft. Das OVG hat die Entscheidung des Familiengerichts Tel Aviv Jaffo eingehend geprüft und zwar unter dem Gesichtspunkt, ob das Familiengericht eine Sachprüfung zu Fragen der Wirksamkeit der Leihmutterschaftsvereinbarung und den damit verknüpften Statusfolgen vorgenommen hat. Eine „ bloße Registrierung oder Beurkundung des Verwandtschaftsverhältnisses“ durch das ausländische Familiengericht würde für die Anerkennung gem. §§ 108, 109 FamFG nicht ausreichen. Ebenso die Feststellung (lediglich) biologischer Vaterschaft. Für die Praxis hat das Urteil eine große Relevanz.